Der Irrweg vom gesunden Radfahren

OTTO BUCHEGGER ERZÄHLT

Überall, wo grüne Politik propagiert wird, findet man ein Fast-Allheilmittel im Radfahren. Ich denke, dazu kann ich mit einer gewissen Kompetenz was sagen. Denn ich bin selbst wirklich viel Rad gefahren.

Zuerst die kurze Zusammenfassung:
Radfahren kann eine sehr gefährliche Fortbewegungsart werden.

Rad fahren in Tübingen

Nicht nur, dass man gegen fast jeden anderen Verkehrsteilnehmer der schwächere ist, sondern auch, weil bei einem Unfall auch ohne andere Beteiligung man sich schwerst verletzen kann. Leider sind alle anderen Zweiradfahrer auch stark gefährdet, aber sie schützen sich etwas besser.

Und auch ohne Unfall ist Rad fahren gefährlich, weil der Aufenthalt im Freien oft zu Hautkrebs führt und die Sitzposition auf einem Sattel zu dauerhaften Schäden an Enddarm und Prostata führen kann.

Die ärgsten Feinde der Radfahrer sind nach meiner Beobachtung übrigens die Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit, schlechte Ausrüstung (mit Fahren ohne Licht zum Beispiel), Kleidung, die sich verheddern kann oder schlecht sichtbar ist, sowie andere Radfahrer und die Stadtverwaltungen, die nicht wissen, wie man sichere Radwege baut. Oder wenn sie es wissen, sie die Kosten dafür scheuen. Denn gute Radwege sind fast so teuer wie andere Straßen auch.

Besonders mit den vielen Pedelecs (oder E-Bikes), wo nicht nur schnelle, sondern auch schwerere Fahrzeuge aufeinander prallen können, können die Schäden und Verletzungen beachtlich werden.

Ich habe schon einmal ein Mobilisieren mit Fahrrädern erlebt. Es war in meiner Jugend (nach dem 2. Weltkrieg), wo Fahrräder das einzige Individual-Verkehrsmittel waren, das sich viele Menschen leisten konnten und wo die Räder auch noch unsicherer waren. Und ich erinnere mich an die unzähligen Verkehrsunfälle, die ich zum Teil auch persönlich erlebt habe und die mich bis heute schockieren. Da ich arm war, war ein Auto in unerreichbarer Ferne. Also musste ich mich ebenfalls mit Zweirädern abfinden und den damit verbundenen Risiken. Der positive Unterschied heute sind die viel besseren Fahrräder. Lenkerbruch oder Pedalbruch kommen heute kaum noch vor.

Inzwischen bin ich aber alt genug, um bei der Wahrheit bleiben zu können. Radfahren ist ein wunderschönes Hobby, bei gutem Wetter, gemütlich, in kleinen Gruppen (am besten immer zu zweit), mit vielen Pausen, auf guten Radwegen abseits aller Verkehrsstraßen und mit gutem Kopf- und Hautschutz. Und ohne Kopfhörer! Lippen mit starkem Lichtschutz eincremen nicht vergessen. Aber ansonsten im Alltag lieber auf Distanz zu diesem Hype gehen. Man ist auf kurzen Strecken zu Fuß viel sicherer unterwegs. Und wenn das Angebot an Öffentlichen Verkehrsmittel schlecht ist, dann lieber Autos teilen, als das Risiko eingehen, ein Leben lang ein Krüppel zu sein. Sammeltaxis könnten so auch bei uns eine gute Ergänzung zum ÖPNV werden.

Weil das Rad fahren so schön ist, werden viele auch süchtig danach. Ich wurde es übrigens auch. Und wie bei jeder anderen Sucht auch, verdrängt man gerne die Nachteile und möglichen Langzeitfolgen.

Vom 26.4.2018 bis 25.5.2018 habe ich mal einige Unfälle aus dem Polizeibericht vom Polizeipräsidium Reutlingen, zu dem auch Tübingen gehört, zusammen gestellt. Es ist mehr als beeindruckend! Als alter Mann frage ich mich da, wie viele Menschenopfer noch erbracht werden müssen, bevor der Schwindel auffällt!

Wer also immer noch glaubt, ich übertreibe, der möge sich doch gerne mal selbst in einer Reha-Klinik umsehen oder seinen Hautarzt oder Urologen befragen. Allgemeine Statistiken zu diesem Thema habe ich leider keine gefunden. Es scheint ein Tabubereich zu sein. Ich selbst brauche sie aber auch nicht mehr.

 

 

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