OTTO BUCHEGGER ERZÄHLT


Zusammenfassung


Ein Kollege aus meiner Laientheaterspielgruppe (er ruht schon lange in Frieden) kam aus New York City und hatte dort auch etwas Profi-Erfahrung gesammelt. Bei der Gestaltung des Programmheftes hat er darauf bestanden, dass möglichst alle, die an unseren kleinen Produktionen mitgewirkt haben, auch erwähnt werden. Denn er war der Meinung, sie alle haben auch zum Erfolg beigetragen. Und als Beweis für seine Theorie hat er die Inhalte eines Kino Film Abspanns angegeben.

Und habe mir dann genauer stets den Abspann angeschaut. Mit dem Videorekorder konnte man ihn auch genau studieren, im Kino (wenn er überhaupt noch gezeigt wird) läuft er viel zu schnell. Mein Interesse galt zwar hauptsächlich den Drehorten und der eingesetzten Musik, dem Soundtrack, aber es steht auch sonst viel drinnen. Zum Beispiel, wer die Schauspieler ausgesucht hat (Casting), oder wer die Leute frisiert hat, oder auch, wer die Brötchen geschmiert hat (Catering).

Es sind also tatsächlich viele Menschen notwendig, um einen Kinofilm zu machen, viel mehr, als man es sich als Laie vorstellt und viele davon sind auch entscheidend, also nicht so ohne weiteres austauschbar. Trotzdem haben sie - juristisch gesehen - keine Rechte an dem Werk. Na ja, so ist es eben in dieser Branche, man bekommt seine Gage und das war es dann  normalerweise auch.

Fazit: Viel mehr Menschen tragen zum Erfolg bei, als man oberflächlich annimmt!


Bei einem Leonard Cohen Konzert war der Meister so schlecht bei Stimme, dass er früh nicht mehr singen konnte. Aber es war kein großes Problem, das Publikum kannte alle seine Lieder auswendig und da seine Melodien ohnehin keine großen Ansprüche an die Sangeskunst stellen, hat es problemlos mit Eigengesang den Abend gerettet.

Auch ich kannte viele seiner Lieder auswendig und konnte sie mit der Gitarre begleiten, ich habe alle seine Schallplatten (und später auch alle CDs) besessen, viele Noten von ihm gehabt. Mit einem Wort Leonard Cohen gehörte zu einem Teil schon mir. Wir haben bei Treffen mit Freunden seine Lieder wie Volkslieder gesungen und da ich seinerzeit auch noch keine Autoradio, hatten wir uns die langen Fahrtzeiten mit dem Singen seiner etwas schnulzigen und monotonen Songs, die gut zum Motorgeräusch passten, vertrieben.

Es gibt viele andere Beispiele, wie das Publikum Besitz von einem Interpreten macht, in Deutschland waren es sicher Bob Dylan (für die international orientierten) und Freddy (für die eher national orientierten).

Wenn man sich diese Erfolgstories genauer anschaut, dann sieht man auch den großen kollektiven Aufwand, den neben den Marketingabteilungen vor allem die Verteilerstruktur (z.B. Radiomoderatoren oder Diskjockeys) betrieben hat, um die Erfolge zu erzeugen.

Letzten Endes aber war es das Publikum, das den Erfolg erzeugt hat und es ist auch nur fair es ganz offen auszusprechen: Ohne Publikum, sprich Fans, hätte es keinen Erfolg gegeben! Und man sollte es auch immer wieder betonen: Das Publikum, wie immer es aussieht, die Leser, die Hörer, die Zuschauer haben den Erfolg auch mit ihrem Geld bezahlt

Die Künstler früherer Jahrzehnte wussten dies auch noch und haben sich auch darauf eingestellt: Mit Künstlerkarten z.B. und vielen anderen, guten Dingen, aus denen dann später Merchandising entstanden ist.

Fazit: Die wirklich großen Erfolge werden vor allem durch das Publikum geschaffen.


Meine folgenden Kommentare zu den Fragen Urheberrecht, Patent- und Markenschutz und allem, was damit zusammenhängt, wurden vor allem durch meine langen und intensiven Erfahrungen mit der Musikindustrie, aber auch dem Frust mit Jounalisten (besonders im Fernsehen) und Verlegern (der Zeitungen) geprägt.

Ich habe bemerkt, dass sie nicht nur mich betreffen, sondern auch viele andere in Deutschland, dem Sitz von GEZ und GEMA, sowie dem Europäischen Patentamt, ärgern.

Mein Vorwurf an sie alle: Ich habe mich immer nur als Opfer oder Leidtragenden gesehen, es wurde mir nie vermittelt, dass sie auch mir einen Nutzen bringen, sie haben mich zum Teil massiv in meiner Kreativität beschränkt, ich betrachte ihre Existenz als überholt, ihre Arbeitsweise als ineffizient und ich habe  - bis vor kurzem - auch keine Möglichkeit gesehen, sie zu beeinflussen oder mitzugestalten.

Über Jahrzehnte fühlte ich mich in diesen Fragen von der Politik verlassen, sie hat mit ihren Entscheidungen immer nur die Rechtsanwälte gestärkt, aber nicht mich als Verbraucher und Konsument. Wir haben in Deutschland schon gar keine Gefühl mehr dafür, in welches Gefängnis wir uns freiwillig haben einsperren lassen und wir sind so an unsere Fesseln gewohnt, dass wir sie schon gar nicht mehr spüren, weil wir uns gar nicht mehr zu bewegen trauen.

Das muss endlich aufhören! Schluss mit den vielen Zwangmitgliedschaften, von denen einige schon lange ihren Sinn verloren haben, aber sich niemand mehr traut, sie zu beenden.

Fazit: Die Politik hört zu viel den Lobbyisten zu und vergisst dabei die Verbraucher.


Wann ist im Musikbusiness der Bruch entstanden, der letzten Endes dazu geführt hat, dass heute Medienerzeuger und Medienkonsumenten wie verbitterte Erzfeinde einander gegenüber stehen?

Es ist unbestritten, dass er mit Digitalisierung der Musik zusammenhängt. Aber es wäre zu einseitig, dies nur auf das einfachere Kopieren zu schieben. Auch zu Schallplattenzeiten wurde Musik häufig kopiert, auf Tonbändern und später auf Kassetten. Das Kopieren war ein wichtiges Element für die Verbreitung und dem Bekanntmachen.

Ich sehe die Veränderung eher in dem unglaublichen Erfolg der CD ab 1982, wo man für einige Zeit die alten Inhalte in neuer Verpackung zu Wucherpreisen verhökern konnte. Man hat dabei so unglaublich gut verdient, dass man es gar nicht mehr nötig hatte, auf die Bedürfnisse des Publikums einzugehen.

Als dann alle kommerziell interessanten, alten Inhalte der 50er, 60er und 70er Jahre auf CD erhältlich waren, so etwa um 1990, ist die große Ernüchterung eingetreten. Dies war auch der Zeitraum als die CD-R auf den Markt kamen (ab 1992). Nun war es wirklich einfach eigene CDs hoher Qualität zu produzieren, sowohl mit eigenen Aufnahmen, wie auch mit Zusammenstellungen aus kopiertem Material.

Dazu kam auch noch dass, die Musikhauptrichtungen (Techno, Rave, Hip Hop) fast total auf elektronische Musikinstrumente umgestellt haben und sowohl die Inhalte, wie auch die Aufführungen ihre innere Qualität als "Sprache der Seele" verloren und sich eher auf Geräuschniveau begeben haben. Der absolute Tiefpunkt dieser Entwicklung war meiner Meinung 1995, da habe ich dann auch das Sammeln im großen Stil aufgegeben.

Viele Jahre lang hat man dann mit nichtmusikalischen Antworten - vor allem juristischer Natur - versucht, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Wie wir heute wissen, waren es durchwegs Flops, bei denen vor allem die Politiker, die diesen Unsinn auch noch unterstützt haben, ein trauriges Bild abgegeben haben.

So kam dann in Deutschland die Antwort auch auf der politischen Schiene, nämlich 2006 mit der Piratenpartei. Sie hat zumindest das Problem angesprochen, aber bis heute (2012) keine Antworten darauf geliefert.

Fazit: Die Musikindustrie hat den Kontakt zu ihren Musikkunden verloren, die technischen Entwicklungen verschlafen und nur mit juristischen Keulen versucht, ihre Haut zu retten. Sie ist ein schlechtes Beispiel für eine faire Teilhabe am Erfolg.


Die Grundfrage für viele Bereiche kreativen Schaffens, nicht nur für die Musik, sondern für die gesamte Medienindustrie ist:

Wie kann man Erfolg so aufteilen, dass alle, die zu ihm beitragen, einen fairen Anteil bekommen?

Bei allen Lösungen der früheren Jahre hatte man den Anteil des Publikums total ignoriert. Das hat sich nun grundsätzlich durchs Internet geändert. Nun haben nicht nur mehr die gut organisierten Lobbyisten eine Stimme in der Politik, sondern auch das "Volk". 2012 wurde in der EU nach langen Protesten das ACTA abgelehnt, ein erster großer Erfolg für die Medienverbraucher.

Die Diskussion aber wird weitergehen, denn es stehen noch viele Stolpersteine für eine faire Antwort im Weg. Der Wichtigste ist der Begriff "Geistiges Eigentum". Solange man daran glaubt, dass es "geistiges Eigentum" für immer und ewig bei veröffentlichten Werken gibt, wird man keine befriedigende Lösung finden.

Meine Antwort dazu ist sehr einfach. Es gibt sehr wohl geistiges Eigentum, nämlich wenn jemand seine Schriften oder Betriebsgeheimnisse in seinem Safe aufbewahrt. Wer diesen Safe aufbricht und die Papiere darin stiehlt, hat geistiges Eigentum gestohlen. Alles andere gehört mit der Veröffentlichung prinzipiell zu einem Teil dem Publikum, vor allem zunehmend dann, wenn das Werk erfolgreich ist. Das heißt, die Allgemeinheit hat ab einem gewissen Zeitpunkt ein Recht zum Nachahmen oder Kopieren.

Ich zitiere zu diesem Konflikt (verkürzt) aus Wikipedia:

"Ein generelles Nachahmungsverbot würde die wissenschaftliche, künstlerische und somit die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung behindern und zu Monopolbildungen führen.

Eine unumschränkte Nachahmungsfreiheit bietet keine finanzielle Basis für kulturelle oder wissenschaftliche Leistungen.

Die Lösung dieses Dilemmas ist ein geschichtlicher, im 3. Jahrtausend n. Chr. noch nicht abgeschlossener Prozess."

Wir sind heute in Deutschland in manchen Bereichen schon fast bei einem generellen Nachahmungsverbot, man braucht sich dazu nur viele unsinnige Entscheidungen der Patent- und Markenschutzämter anzuschauen. Und dass Nachahmungsfreiheit keine finanzielle Basis für neue Leistungen bietet, ist schlicht tradierter Unsinn. Wir haben erstens viele Bereiche mit Nachahmungsfreiheit (z.B. Mode) und zweitens wird durch Nachahmungen der Ruhm vergrößert, der sich oft viel leichter in finanziellen Erfolg umwandeln lässt, als die Produkte selbst.

Fazit: Wir beenden besser den Missbrauch des Begriffs "Geistiges Eigentum".


Ohne auf weitere Details einzugehen, will ich einen Blick in die fernere Zukunft werfen, die ich sicherlich nicht mehr erleben werde. Man wird nach einer weiteren Phase der Verschärfung der diversen Schutzrechte feststellen, dass dann fast alles so vermint ist, dass man sich überhaupt nicht mehr bewegen kann und dass die Schutzrechte nicht mehr zum Wohl der Gesellschaft (für die sie einmal erfunden wurden), sondern zu ihrem Schaden sich entwickelt haben und dann wird man sie allesamt über Bord werfen.

Schon aus globaler Sicht wird dies passieren, weil wir einsehen werden, dass wir als Menschheit viel schneller lernen müssen und die schnellste Form des Lernens ist die Imitation. Die neuen großen Mächte (wie China und Indien) werden sich leicht von einem Konzept lösen, dass noch aus der Kolonialzeit stammt und unter dem sie immer schon gelitten haben und das auch gar nicht in ihre Kultur passt.

Für einige Bereiche, wie die Pharmazie wird es neue Lösungen geben, die dann auch dafür Sorge tragen dass auch die Medikament entwickelt werden, die die Menschen brauchen und nicht nur die, mit denen sich in den reichen Ländern die besten Geschäfte machen lassen.

Wahrscheinlich wird man auch noch einige Schutzrechte für Medien behalten, aber sie werden in jeder Beziehung drastisch kürzer und anders sein, als heute. Viel fairer als ein Zeitlimit alleine, wäre zusätzlich eine finanzielle Deckelung.

Zum Beispiel in der Form, dass ein Buch- oder Musiktitel, der 1.000.000 mal verkauft wurde oder ein Film, der mehr als 10 fache seiner Herstellungskosten eingespielt hat, dann automatisch "Public Domain" oder da dieser Begriff in Deutschland nicht existiert, ein "öffentliches Gut", werden. Damit könnten doch sicher die meisten ganz gut leben und dieser Vorschlag würde Bewegung in eine total verfahrene Diskussion bringen. Sie würde auch die Diskussion beenden, dass einige wenige vor lauter Gier und Geiz den Hals nicht mehr vollbekommen und daran zugrunde gehen.

Analoges kann man sich auch für alle andere Medien ausdenken, es würde unserem Gerechtigkeitsempfinden viel mehr entsprechen, als das, was wir bisher hatten. Das Publikum hätte dann auch wesentlich mehr Anreiz zum Kauf dieser Produkte, denn es würde dies als Anzahlung für ein Gemeingut ansehen. Und die Reichen unter den Käufern hätten das Gefühl etwas für alle, auch für die Armen, zu tun! Um die Eitelkeit zu unterstützen, wäre es auch möglich diese Käufer im Internet zu verewigen, wenn sie dies wollen.

Und man wird feststellen, dass dadurch die Welt nicht untergehen wird, sondern eine neue Renaissance mit ungeheurer Kreativität entstehen wird. Die Geschäfte werden weiterhin blühen, vielleicht verstärkt sogar zu Gunsten der Künstler selbst und nicht mehr nur für den Rattenschwanz, der sich an sie angehängt hat.

Auf der anderen Seite wird Geheimhaltung eine größere Rolle bekommen und auch die Schnelligkeit, mit der man mit seinen Produkten auf den Markt geht. Firmen werden aus diesem Grund wieder mehr im eigenen Haus und im eigenen Land produzieren.

Ruhm wird wieder daran gemessen werden, welchen Beitrag man für die Menschheit geleistet hat und nicht nur mehr daran, wieviel Geld man dabei verdient hat.

Fazit: Wahrer Erfolg besteht darin, ein "öffentliches Gut" geschaffen zu haben!


Alles nur Fiktion, was da steht? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht!

Wenn es um Änderungen von Eigentumsverhältnissen geht, ist grundsätzlich Vorsicht angebracht. Da wir weiterhin in einer kapitalistischen Grundordnung leben werden, ist die entscheidende Frage, mit welchen Konzepten wir entweder Wohlstand schaffen, oder ob wir dabei verarmen werden.

Eigentlich geht es beim geistigen Eigentum ja nicht um reales Eigentum. Wenn ich z.B. Wissen durch Kopieren verbreite, wird erstens das Originalwissen nicht entfernt oder vernichtet, sondern das Wissen aller wird vermehrt. Es wäre viel besser von Lizenzen zu sprechen oder wenn man will, von Zöllen, die heute erhoben werden, wenn man Wissen transferiert.

Nun haben wir viel Erfahrung mit dem Wegfall von Zöllen und entgegen aller naiven Erwartung haben sie zwar immer zu Veränderungen mit Verlierern und Gewinnern, aber unter dem Strich auch stets zu mehr Wohlstand geführt! Also wenn man diesen Aspekt betrachtet, dann kann man zuversichtlich an die Änderungen rangehen.

Da es bei Medien auch fast immer um Kulturgüter geht, besteht dann nicht die Gefahr, dass bei einem Wegfall des Eigentumbegriffs sich niemand mehr für den Erhalt verantwortlich fühlt, die Kulturlandschaft sozusagen verwildert?

Das kann tatsächlich sein, aber auch "mit Eigentum" geht sehr viel Kultur verloren, weil heute nur noch das konserviert oder erneuert wird, was Geld einbringt. Es wird weiterhin Menschen geben, die es als Aufgabe ansehen, Wissen zu dokumentieren, zu verbreiten, aber die auch darauf achten, dass Unsinn als solcher gekennzeichnet wird.

Auf der anderen Seite wird durch die Nachahmer auch viel mehr und viel länger Kulturdokumente am Leben erhalten bleiben. Wissen, das in Netzen gespeichert ist, bleibt viel robuster erhalten, als wenn es nur an einem zentralen Ort gelagert ist.

Es wird eher die Frage der Speichermedien sein, ob Kultur verloren geht oder nicht und weniger der Eigentumsbegriff. Noch ist dieses Speicher-Problem nicht zuverlässig technisch gelöst, weil wir jetzt noch nicht genau wissen, wie lange unsere digitalen Medienträger tatsächlich halten werden, aber ich bin zuversichtlich, dass es genug Interesse geben wird, dieses Problem zu lösen und sei es nur aus strategisch-militärischen Gründen.

Was sonst könnte noch ein Hindernis sein, um den Erfolg mit allen, der gesamten Menschheit also, zu teilen? Da Wissen immer auch Macht ist, ist es auch anfällig durch geopolitische, wie auch religiöse Motivation vernichtet zu werden. Auch dies ist eine reale Gefahr, man muss sich nur an die diversen Kulturrevolutionen, Bücherverbrennungen, Bilderstürme und ähnliche - aus heutiger Sicht - dunklen Kapiteln der Menschheitsgeschicht erinnern. Aber auch diese Gefahr wird durch rechtzeitiges Teilen stark reduziert.

Fazit: Unser gemeinsamer Wohlstand steigt, wenn wir Wissen teilen.


Da Deutschland wenig Bodenschätze hat, ist man hier besonders auf das Humankapital und immaterielle Güter angewiesen. Deshalb sei das Geistige Eigentum besonders wichtig, höre ich oft. Es fällt mir schwer, dies auch generell zu glauben. Ja, ich nehme die diversen Berichte zur Kenntnis, wo auf Messen oder beim Zoll gegen Produktpiraten vorgegangen wird und lese von den Riesenschäden, die durch minderwertige Nachahmerprodukte angeblich entstehen.

Wie ich in den 80er Jahren in New York City gearbeitet habe, habe ich dort ein R...x-fake (heute nennt man diese Fälschungen "Replica Uhren") für 100 $ erstanden, der Preis des aufwändigen, mit Diamanten besetzten Orginals war bei 10.000 $. Diese Quartz Uhr ging zwar seinerzeit genauer als das berühmte mechanische Schweizer Original (einige meiner Kollegen hatten eine am Arm), aber man konnte mit ihr keinen Staat machen. Sie war bei genauem Hinsehen so hässlich, dass ich sie nie öffentlich getragen habe, sie war nur als Theaterrequisit brauchbar.

Habe ich nun mit meinem Kauf der Schweizer Firma einen Schaden von 10.000 $ zugefügt (denn so werden diese Schäden ja immer berechnet)? Nein, die Originaluhr hätte ich mir nie gekauft, ich habe nur mir selbst aus Dummheit einen Schaden von 100 $ zugefügt. Wer wirkliche Qualitätsprodukte herstellt, braucht billige, minderwertige Konkurrenz nicht zu fürchten, ist meine Lehre daraus.

Fazit: Schäden durch "Piraterie" werden falsch dargestellt.


Die übergangslose Aufgabe des "Geistigens Eigentums" bedeutet einen Kulturwandel in einer Größenordnung, der einer Revolution gleichkommen würde. Und ich bin kein Freund von Revolutionen, sie verursachen zu großen Schaden.

Aber es kann ja jeder Autor, jede Autorin selbst entscheiden, ob er oder sie die gegebene Situation entweder unterstützt oder sie unterläuft und so dazu beitragen, dass der Übergang kontinuierlich und natürlich verläuft. Ich habe mich für letztere Alternative entschieden und alle Copyright Zeichen durch Creative Commons Links ersetzt. Und einige Künstler machen dies schon längere Zeit auch so.

Wir müssen dazu kommen, die Begriffe von "mein oder dein" nur dort einzusetzen, wo sie wirklich nachvollziehbar sind und sonst auf "unser" umschwenken.

Denn ich bin überzeugt davon, dass es nur fair ist, dass an einem möglicher Erfolg, sollte er jemals eintreten, alle, die zu meinem Leben beigetragen haben, Anteil haben sollen.

Fazit: Jeder kann heute schon anfangen, den notwendigen Kulturwandel zu beginnen!


 

 

INHALT

Creative Commons Lizenzvertrag Otto Buchegger

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