OTTO BUCHEGGER ERZÄHLT

Wenn ich die Wäsche aus der Waschmaschine genommen habe, dann fühle ich mit den Händen die Trommel nochmals ab, ob ja nichts zurückgeblieben ist. Eigentlich sehe ich, dass sie leer ist, aber gerade bei der Tür gibt es eine versteckte Ecke, die man besser überprüft. Ich mache dies, seit ich einmal bei der Wäsche der Windeln für meine erste Tochter einen schwarzen Socken mitgekocht habe, der noch drin war und der dann die weißen Windeln in ein hässliches Blaugrau eingefärbt hat.

Diese Vorgangsweise nennt man in der Managementsprache Qualitätssicherung. Durch sie verlässt man sich nicht darauf, dass es "schon gut gehen" wird, sondern man überprüft es in einem eigenen Arbeitsgang. Dieses überprüfen, Testen oder wie immer man es nennt, ist mir so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich es ganz automatisch mache. Und es hat sich für mich gelohnt, dass kann ich jetzt rückblickend wirklich überzeugt sagen. Ich habe damit aus vielen meiner Fehler tatsächlich gelernt.

Dieser kleine Extraaufwand ist vielen Menschen fremd, aus verschiedenen Gründen. Meist ist es Bequemlichkeit oder etwas krasser ausgedrückt Faulheit, manchmal auch Zeitdruck, aber es gibt noch subtilere Gründe. Vielleicht will man gar nicht wissen, ob es auch geklappt hat? Ist doch die Illusion viel schöner als die Realität!

Wer aber genauer hinschaut, wird feststellen, dass der Erfolg vieler Menschen gerade davon abhängt, ob sie die Ergebnisse ihres Tuns überprüfen (oder überprüfen lassen). Denn wir soll man sonst aus den Fehlern lernen, wenn man sie gar nicht feststellt oder für sie nicht die Verantwortung übernimmt?

Wer sich intensiver mit dieser Frage beschäftigt, wird viel lernen. Erstens, braucht man zum überprüfen eine andere Geisteshaltung, als zum Erzeugen. Während man bei letzterer eher konstruktiv sein muss, hilft beim Testen durchaus eine destruktive Grundhaltung, ein weiterer Grund, warum sie oft unbeliebt ist.

Besteht eine Aktion aus mehreren Teilschritten, dann ist es effektiver, jeden Schritt gründlich zu überprüfen, als nachher nur das Gesamtprodukt. Gerade dies fällt oft Anfängern schwer, sind sie doch so schrecklich ungeduldig.

Der Erfolg ganzer Volkswirtschaften hängt davon ab, ob es gute Antworten auf das Problem der Qualitätssicherung gibt. Der Aufstieg der japanischen Industrie ist ein gutes, positives Beispiel.

Eltern sind also gut beraten, ihre Kinder schon bei ganz einfachen Tätigkeiten auf den Aspekt des überprüfens und Testens im Alltag aufmerksam zu machen. Beispiele im Haushalt gibt es viele: Ist der Herd wirklich ausgeschaltet? Man überprüft mit den Fingern, ob die Herdplatte wirklich kalt ist! Ist die Tür wirklich zugesperrt? Man drückt die Türklinke und versucht sie so zu öffnen! Hat jemand das wirklich gehört, was man ihm gesagt hat? Man lässt es ihn in seinen eigenen Worten wiederholen! Geschafft hat man diesen Erziehungsakt, wenn er dann ganz automatisch passiert!

Es bereichert die Denkweise und das Leben, wenn man früh lernt, abwechselnd Konstruktives und Destruktives, Synthese und Analyse, Positives und Negatives zu vereinen.

 

 

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