OTTO BUCHEGGER ERZÄHLT

Meinen Vornamen "Otto" habe ich als erster Sohn der Familie von meinem Vater übernommen. Schon in früher Kindheit habe ich bemerkt, dass es ein besonderer Name war, denn ich wurde oft "Otto von Habsburg" genannt. Der wahre Träger dieses Namens durfte seinerzeit, wie alle Habsburgernachkommen, österreich nicht betreten. Meine Eltern haben diesen Zusammenhang sicherlich nicht gewollt, aber es hat sich so ergeben und es war durchaus erfreulich für mich.

Ebenfalls sehr früh habe ich bemerkt, dass "Buchegger" in der Schule ein tückischer Name war. Weit vorne im Alphabet, musste man immer vorbereitet sein, denn man kam bei Prüfungen im allgemeinen gleich in der ersten Stunde dran. Ich habe noch keine Untersuchung dazu gelesen, aber es würde mich nicht wundern, wenn Schüler mit den Anfangsbuchstaben A und B im Durchschnitt sich besser durchs Leben schlagen, als die, die später drangekommen sind.

Ziemlich evident ist dieser Zusammenhang bei Musikern, die ihre Namen frei wählen können. Es gibt überdurchschnittlich viele, die mit A oder B anfangen, man braucht dazu nur die Fächer in CD Shops ausmessen. Ein anderer Trick, um mit dem Namen aufzufallen, ist einen zu wählen, der mit einem seltenen Buchstaben im Alphabet beginnt, wie Y (Yello) oder Z (ZZ Top).

Will man seinen Namen an prominenter Stelle lesen, dann stellt man sich in unserem Kulturkreis bei Gruppenaufnahmen immer auf die linke Seite vom Fotografen aus gesehen, denn meist werden die Legenden zu Fotos von links nach rechts angeben.

Frauen, die durch die Heirat ihren Mädchennamen aufgegeben haben, sind gut beraten z.B. auf ihren Homepages oder Profilen ihn zusätzlich anzugeben, wollen sie von früheren Schulkameraden auch wieder gefunden werden.

Kurze Vornamen werden seltener abgekürzt, als längere. Kein Wunder, dass sich viele Eltern für kurze Vornamen entscheiden. 2011 waren die beliebtesten Mia und Ben, 2010 Mia und Leon. Vornamen treten saisonal auf. Wer Thomas oder Sabine heißt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit in den 60er Jahren geboren.

In den USA war das Kürzen von Vornamen immer schon häufig und es war demnach oft schwierig, über den Vornamen das Geschlecht zu erfahren. Wir bekommen dieses Problem auch vermehrt in Deutschland. Ist Alex nun ein Alexander oder eine Alexandra? Wer so einen Vornamen hat, sollte auf der Visitenkarte ein deutliches Foto dazufügen, damit es nicht zu vermeidbaren Verwechslungen kommt.

Viele kennen sicherlich die Story von " A Boy named Sue". Es ist die Geschichte über einen Jungen, der zum Kämpfer wird, weil sein Vater ihm einen Mädchennamen gab, bevor er die Familie verließ.

Eltern sind gut beraten, ihren Kindern mindestens 2 Vornamen zu geben, damit die Kinder in späteren Jahren die Chance einer Wahl haben. So können auch Streitigkeiten zwischen den Ehepartnern über Vornamen entschärft werden. Sie sollten sich auch überlegen, wie diese Namen in anderen Sprachen klingen. Dabei sind Umlaute häufig ein Problem. Ich erinnere mich an einen Kollegen mit dem Vornamen JöRG. Nach vielen Problemen in den USA hat er sich dann entschieden, sich nur noch als GEORGE vorzustellen. In Südafrika war der Vorname meiner Frau "Gudrun" nicht aussprechbar, sie hat sich dann einfach GOODIE genannt und das ist dann auch ihr Urlaubsname geblieben.

Im Ausland habe ich gefragt, wie Einheimische meinen Nachnamen aussprechen. Weiß man dies nicht, dann versteht man Ankündigungen oder Ausrufe, die einen betreffen und die wichtig sein können, nicht!

Im Kapitel Namen und Titel der Praxilogie findet man nützliche Hinweise, wie man mit Namen und Titeln umgehen kann. Einen wichtigen will ich hier wiederholen, nämlich Namenslisten anlegen und aufheben. Wir treffen doch die gleichen Menschen häufig wieder und wer sich Namen einprägen kann, kann damit Eindruck schinden. Wer fürchtet, dass damit zu viel Informationen zusammen kommen, den kann ich beruhigen. Unsere Kreise sind meist überschaubar, wenn man nicht gerade z.B. Politiker ist.

Nomen est omen (Der Name ist ein Zeichen) hat in unserer Welt eine neue Bedeutung erlangt. "Kevin ist kein Name, Kevin ist eine Diagnose" ist ein bekannter Lehrerwitz, ausdrückend, dass jemand der Kevin genannt wurde, auch mit großer Wahrscheinlichkeit an AHDS leidet.

Namen lassen leicht Schlüsse auf die Herkunft zu und können so zu Vorurteilen führen. Ich schlage daher in meinem politischen Programm vor, dass man im Laufe des Lebens neue Namen annehmen kann, ohne zu heiraten oder aus einem anderen heute schon anerkannten Grund. Dies wäre z.B. eine deutliche Hilfe bei der Integration.

Praktisch passiert dies heute schon durch Pseudonyme, z.B. in den Social Networks. Bei Google+ hat man kurzzeitig (2011) versucht, dies zu unterbinden, ist aber daran gescheitert. Die Identitäten, die unter dem Pseudonym (man könnte auch Künstlername oder Kampfname dazu sagen) aufgebaut wurden, waren wichtiger als die Echtnamen.

Kosenamen haben keinen Platz in der öffentlichkeit. In meiner Jugend wurde ein Freund  sehr gehänselt, weil seine Mutter seinen Vater immer lauthals mit "Vogi" (Vögelchen) ausgerufen hat, wenn ein Telefonanruf für ihn da war.

Im Gegensatz zu Pseudonymen wählt man die Spitznamen nicht selbst, sondern man bekommt sie zugewiesen. Sie treffen nicht nur Personen, sondern auch Objekte. Interessant ist, dass viele Betroffene gar nicht wissen, was ihr Spitzname ist. So war ein Bankdirektor sehr überrascht (und in seinem Falle auch sehr geschmeichelt), dass seine Untergeben ihn "Gott Vater" genannt haben.

Ich versuche ja mit der Reihe hier mich als "Opa Otto" zu etablieren, aber es scheint mir nicht zu gelingen. Wahrscheinlich haftet mir eine früherer Spitzname doch zu sehr an: Es war "OBerlehrer", initiiert aus meinem Namenskürzel OB.

 

 

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