OTTO BUCHEGGER ERZÄHLT

Gelegentlich bekomme ich Lob für meine Internetauftritte und Bücher und meist endet es damit, dass ich gefragt werde, wie ich denn so fleißig sein kann. Ich bin dann ganz verlegen und weiß keine rechte Antwort, denn ich selbst komme mir gar nicht fleißig vor.

Also ist nicht Fleiß die Erklärung für meine sicherlich nicht gerade kleine Produktivität, sondern es müssen andere Faktoren sein. Und ich denke, ich weiß den Hauptgrund auch: es ist die perfekte Infrastruktur, die mir meine Umgebung bietet.

Das Leben in einer Universitätsstadt, mit vielen klugen Leuten, mit allen Services, die man für geistiges Arbeiten braucht, mit Bibliotheken und Druckereien, alles vor der Haustür und gegen geringe Gebühr zugreifbar. Diese beiden letzten Faktoren sind wichtig. Was nicht leicht, einfach und verhältnismäßig billig zur Verfügung steht, kann man nicht zur Infrastruktur rechnen. Dazu kommt auch noch die wirklich kompetente Unterstützung in technischen Dingen durch meinen Sohn, der diese ausgezeichnet beherrscht und der auch genügend soziale Kompetenz hat, sein Wissen seinem alten Vater zu vermitteln.

Infrastruktur ist also ein Geheimnis für den Erfolg. Wir kennen dies von den High-tec Gegenden dieser Erde, vom Silicon Valley über München und Bangalore bis Taiwan. Die Nähe und Kombination verschiedener, kritischer Skills (Fachwissen), Möglichkeiten der Kommunikation auch außerhalb festgelegter Strukturen, Risikokapital, große Toleranz und eine gesunde Portion Optimismus, das scheinen die Zutaten zu sein.

Natürlich gehören auch die klassischen Infrastrukturkomponenten dazu, wie Verkehrsnetze, Versorgungsnetze (Wasser, Abwasser, Energie) und die Netze für Telekommunikation, speziell schnelle Internetzugänge. Aber auch sichere Banken spielen eine große Rolle, genau so wie Freizeiteinrichtungen, wie Restaurants und Clubs, die die Kommunikation fördern und das Leben erst lebenswert machen.

Politiker, die sich wirklich um das Wohl eines Landes kümmern wollen, sollten die Infrastruktur stets im Auge behalten. Wir waren in Deutschland auf hohem Niveau, aber haben vor lauter Pessimismus den Blick darauf verloren. Auch die Ansicht, dass der Markt alle notwendige Infrastruktur zu Verfügung stellen wird, ist in meinen Augen nicht zutreffend.

Das Kriterium, wo die Aufgaben des Staates sich von denen der Wirtschaft unterscheiden, ist einfach zu definieren: Die grundlegenden Komponenten muss die öffentliche Hand kontrollieren, den Luxus bieten die Privaten! Die gilt für fast alle wichtigen Bereiche, mindestens aber auch für Gesundheit, Bildung, Altersvorsorge, Verkehr, Medien, Sicherheit.

Einer der größten Feinde guter Infrastruktur ist die Korruption in ihren verschiedenen Formen. Schaffung guter Infrastruktur bedeutet daher stets auch permanenter Kampf gegen Korruption.

Ein großer Nutzen guter Infrastruktur ist die dadurch entstehende Kreativität. Diese wird sehr gefördert, wenn von außen genügend Anregungen kommen und wenn es einfach ist, diese auch umzusetzen. Wenn Menschen zu Genies werden, dann immer auch, weil ihre Umgebung dies erlaubt oder sogar gefördert hat. Ich finde es daher auch nur fair, wenn die Umgebung daran auch angemessen teilhaben kann.

Wer im Überfluss lebt, übersieht leicht den Nutzen guter Infrastruktur und vernachlässigt sie deshalb. Der Schaden wird dann sehr groß. Wir sollten mehr die Gäste aus dem Ausland fragen, was ihnen an Deutschland gefällt, um besser unsere Vorteile einschätzen zu können!

 

 

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