OTTO BUCHEGGER ERZÄHLT

Während meiner Ausbildung zum Diplomingenieur an der TH Wien (später TU Wien) gab es einige Vorlesungen und Praktika, die mich dauerhaft geprägt haben. Ich will sie nicht alle aufzählen, aber meistens war es jene, bei denen es keine Prüfungen gab. Das haben offensichtlich nicht nur die Studenten geschätzt, sondern auch die Vortragenden.

So mussten sie keinen „Stoff abarbeiten“, sondern sie hatten die Freiheit über ihr Fachgebiet zu plaudern und so vielleicht mehr Wissen fürs Leben vermittelt, als es eine reine Fachvorlesung hätte tun können.

Curta Rechenmaschine

Einer von ihnen war Prof. Karl Holecek, vom Institut für Feinmechanik, weltweit bekannt vor allem durch seine Arbeiten mit der Curta, von der ich auch ein schönes Exemplar habe.

Er hat viel darüber erzählt, wie wichtig die Feinmechanik ist und wo sie überall drinnen war. Lauter Geräte, die mich immer schon begeistert haben, wie Uhren, Fotoapparate, Filmkameras, Messgeräte, etc. Ich sehe ihn noch vor mir: Nicht mehr jung, aber sehr agil, stets gut gekleidet, manchmal auch etwas sarkastisch. Ich habe ihm gerne zugehört.

Damals war noch nicht so klar abzusehen, wie stark die Elektronik die Mechanik in manchen Bereichen ersetzen oder ergänzen wird, trotzdem hat Prof. Holecek recht behalten. Bis heute spielt sie als Feinwerktechnik eine wichtige Rolle und gute Feinmechaniker fanden leicht Arbeit, habe ich feststellen können, als meine frühere Firma ihre Schwerpunkte verändert hat.

Was mir aber besonders in Erinnerung geblieben ist, das waren seine Lehren über Qualität und Geschäftserfolg. Ich habe vorher Qualität eher mit Luxus in Verbindung gebracht, aber Holecek brachte es folgendermaßen auf den Punkt: Die billigste (und wenn man so will auch schlechteste) Lösung, die alle Anforderungen erfüllt (das muss allerdings gegeben sein), ist anzustreben. Und nicht die vielleicht beste, aber teuerste, die sich kaum jemand leisten wird.

Das war für mich revolutionär, aber dennoch einleuchtend. Später habe ich von Crosby das noch klarer und umfassender formuliert gesehen.

Und auch noch ein weiteres Prinzip habe ich in dieser Zeit gelernt: Was nicht drin ist, geht auch nicht kaputt! Seinerzeit war dies vor allem gegen die aufkommende Elektronik gerichtet, deren Elkos ein besonderes Risiko dargestellt haben. Dies gilt übrigens bis heute!

Der große Vorteil mechanischer Lösungen ist meist ihre Einfachheit und dass man genau sieht, wie etwas funktioniert. Das heißt es wird damit auch leichter, etwas selbst zu reparieren. Und unter dem Strich lässt es die Geräte auch länger leben. Solide, robuste Mechanik ist und bleibt zeitlos, Elektronik verschwindet leichter wieder.

Mechanik hat noch einen weiteren, pädagogischen Vorteil, den besonders Kinder schätzen werden. Man kann viel dabei lernen, wenn man diese Geräte zerlegt! Ist das gefahrlos möglich, dann sollte man ihnen dieses Vergnügen gönnen, so oft es geht. Zum Beispiel eignen sich alte Fotoapparate dazu bestens!

Voigtländer Kamera Vito B

 

 

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