OTTO BUCHEGGER ERZÄHLT

Akronyme sind Kurzwörter oder Abkürzungen, die nur aus Anfangsbuchstaben bestehen. Eines der bekanntesten ist weltweit heute das WWW, das "World Wide Web", das Internet.

Sie sind ein interessantes Sprachphänomen, das seine Grundlage sicherlich in unserer Bequemlichkeit oder eleganter ausgedrückt in unserer Suche nach Effizienz hat. Ich vermute, es gibt sie in allen Sprachen, die mit Buchstaben geschrieben werden.

Akronyme entwickeln schnell ein Eigenleben, das heißt sie bewahren die Identität genauso gut wie das Original, oft überleben sie sogar das Original. So kann sich jeder Ältere auch heute noch was unter der Marke AEG vorstellen, aber kaum jemand weiß noch, was diese Abkürzung einmal wirklich bedeutet hat.

Ich war in meinem Berufsleben immer der OB (für Otto Buchegger). Die Ähnlichkeit mit einer Tamponmarke hat mich nicht gestört, es gab ja auch die Möglichkeit mich für den "Ober-Bürgermeister" zu halten. Wenn ich heute frühere Kollegen treffe, dann haben manche Probleme, sich an meinen Namen zu erinnern, aber an OB erinnern sich die meisten.

So sind in meinem Hirn viele 2- oder 3-Buchstabenkombinationen mit Menschen oder auch Orten (durch die Autokennzeichen, die oft auch Akronyme sind) besetzt. Wenn ich unterwegs bin und diese Abkürzungen in einem anderen Zusammenhang sehe, dann kommen diese Erinnerungen kurz wieder hoch. Manche sind sympathisch, andere unsympathisch, mein Gehirn selektiert bei den Akronymen weniger als bei den vollen Namen, bei denen ich die sympathischen bevorzuge.

Heute nutze ich Akronyme, um mir vorgestellte Personen leichter zu merken. Stellt sich ein sportlicher Mensch als Willi Meier vor, dann speichere ich ihn unter WM ab.

In unseren Medien bekommen die deutschen Politiker kaum Akronyme, wie JFK für John F. Kennedy. Oder wüßten Sie, wer sich hinter AM (Angela Merkel) oder GW (Guido Westerwelle) verbirgt? Wir kürzen ab, indem wir die Vornamen weglassen.

Nicht alles, was wie ein Akronym aussieht, ist auch eines. So bedeutet SPA (für Wellnesseinrichtung) nicht "Sanitas Per Aquam", sondern erinnert an einen der ersten Kurtorte, Spa in Belgien. Auch SONY ist kein Akronym, sondern ein Kunstwort, das u.a. an "Sonny Boy" erinnern soll.

Ich selbst habe bei meinen Domainnamen auch auf kurze, sprechende Kunstworte gesetzt. Zum Beispiel TUEPPS für "Tübingen Tipps" oder EUXUS für "EUrope X(crossing) USa.

Ein früherer Kollege war ein Spezialist für Apronyme. Als Apronym bezeichnet man ein Akronym, das ein bereits existierendes Wort ergibt, z.B. GNU. Er konnte in Windeseile zu fast jedem Wort eine Bedeutung als Akronym finden. Aber die Apronyme als spezielle Form der Akronmye haben keine große Identität, weil sie diese mit dem schon existierenden Begriff teilen müssen.

Ebenso unsinnig ist es in meinen Augen, einzelne Buchstaben als Akronym anzusehen, wie z.B. "T" für Telekom. Da muss eine Marke schon sehr stark sein, soll das gelingen. Bei "D für Deutschland oder "J" für Japan ist das der Fall.

Da wir keine Middlenames kennen, kommen wir auch nicht auf die Idee unsere Kinder mit Akronymen anzusprechen, wie J.R. in der Fernsehserie Dallas. Und das ist vielleicht auch ganz gut so. So können wir kreative Kosenamen für sie finden und diese müssen auch gar nicht kurz sein, weil wir sie so gerne aussprechen!

 

 

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